Folge 9 Selbstständig mit Theater #2

Und weiter geht der Weg in die Selbstständigkeit.
Diesmal spreche ich darüber wie ich als Selbstständige organisiert bleibe und versuche mich in einem Minijahresrückblick.

Das Transkript zur Folge findet ihr weiter unten.

Selbstständig mit Theater #6 Orgaskill Level 3000 Theater in Dosen

  1. Selbstständig mit Theater #6 Orgaskill Level 3000
  2. Selbstständig mit Theater #5 Explodiernde Kalender und Verträge
  3. Selbstständig mit Theater #4
  4. Selbstständig mit Theater #3
  5. Selbstständig mit Theater #2

Transkript

Herzlich willkommen mein Name ist Charlotte Werner und heute nehme ich euch wieder mit auf meinem Weg in die Selbstständigkeit im Theaterbereich.
Diese Woche ist eine von den Wochen, bei denen ich das Gefühl habe ich habe nichts getan und bin nicht vorangekommen. Aus Erfahrung weiß ich, dass dieses Gefühl oft nicht stimmt. Also mal überlegen, was ist diese Woche so passiert in Bezug auf die Selbstständigkeit?
Ich bin in dieser Woche über meinen Finanzplan gegangen und habe dafür unter anderem die voraussichtlichen KSK-Zahlungen berechnet. Dafür musste ich aber erstmal recherchieren, wie das überhaupt geht. Das ist eine von diesen Rechnungen die irgendwie simpel und komplex gleichzeitig sind. Umso über den Daumen gepeilt rauszufinden was man an die KSK, also die Künstlersozialkasse, zahlen muss geht man, soweit ich das gerade weiß, folgendermaßen vor: Zunächst muss man die Beitragssätze für Krankenversicherung, Rentenversicherung und soziale Pflegeversicherung kennen. Diese liegen 2021 bei 18.6%, 14,6% und 3,05% wenn man Kinder hat bzw. 3,30% wenn man Kinderlos ist. Bei Angestellten zahlt der Arbeitgeber diese Prozentsätze vom Jahreseinkommen des*der Angestellten (noch etwas das die Brutto-Netto-Differenz ausmacht). Ist man freiberuflich und in der KSK versichert zahlt man nicht mehr die gesamten eben genannten Prozentsätze auf sein Jahreseinkommen sondern Zitat von der Website der KSK: „Für die Beitragsberechnung der versicherten Künstler und Publizisten sind diese Beitragssätze etwa zur Hälfte zugrunde zu legen.“ Zitat Ende. Dafür meldet man der KSK sein voraussichtliches Jahreseinkommen und die KSK schickt einem dann zu wie viel Beitrag man monatlich zu zahlen hat. Nun will ich diese Zahlen aber ja im Finanzteil meines Businessplans einbeziehen um nicht von dieser Ausgabe überrascht zu werden. Also will ich berechnen was ich ca. an die KSK zahlen muss. Dafür brauche ich also zunächst mein geschätztes Jahreseinkommen, berechne dann die Hälfte der oben genannten Prozentsätze des geschätzten Jahreseinkommens, rechne die dabei herauskommenden Beträge zusammen und teile sie durch 12 und voila ich habe meine vermutliche Berechnung der KSK für meine voraussichtlichen monatlichen Zahlungen. Das habe ich dann in meinen Plan eingepflegt. Nun setzt der Plan natürlich damit voraus, dass ich in die KSK reinkomme. Dies ist jedoch als freiberufliche Theaterschaffende und Theaterpädagogin recht wahrscheinlich.
Meine Überarbeitung des Finanzplans ist damit noch nicht abgeschlossen, aber doch einen Schritt weiter. Zum weiteren überarbeiten habe ich mich außerdem mit dem Thema Steuern auseinandergesetzt und Begriffe wie „Vorsteuer“ gelernt. Außerdem habe ich den Antrag auf eine Steuernummer angefangen aber noch nicht fertig gestellt, da auch hier das voraussichtliche Jahreseinkommen angegeben werden muss und ich fühle mich damit noch super unsicher. Da werde ich wohl noch ein paar Mal drüber gehen und mir Unterstützung bei der Wirtschaftsentwicklung holen.

Apropropo Wirtschaftsentwicklung. Dort gibt es ja schönerweise eine konkrete Ansprechpartnerin für den Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft. Nächste Woche Freitag habe mit ich ihr einen Termin und ich bin schon ganz gespannt, was sie mir noch für Tipps geben und welche Netzwerke sie empfehlen kann. Denn irgendwie fühle ich mich mit den ich sag mal „klassischen“ Gründernetzwerken nicht wohl, weil ich glaube da nicht reinzupassen. Das stimmt vielleicht gar nicht, trotzdem ist es für mich irgendwie einfacher oder besser leichter zugänglich wenn so ein Netzwerk Branchenspezifisch ist. Also zumindest am Anfang. Denn eigentlich mag ich Austausch mit Branchenfremden und halte das gerade in der Kunst für ein essentielles Thema. Denn wie soll Kunst und Theater gesellschaftsrelevant sein, wenn die Kulturschaffenden keinen Kontakt zur Gesellschaft außerhalb ihres Milieus haben? Aber das ist eine andere Diskussion.

Diese Woche habe ich außerdem einen ersten Output meines doch noch recht zögerlichen Beginns des Netzwerkens erhalten. Ich nenne es deshalb recht zögerlich, weil ich bisher lediglich, eigentlich sollte ich das wohl lieber nicht laut sagen, *räusper* eine *räusper* mir unbekannte Person kontaktiert habe *hust* und außerdem in meinen Freundes- und Bekanntenkreis und überhaupt ins Internet geschrien habe: ICH WERDE JETZT SELBSTSTÄNDIG! Nächste Woche habe ich jetzt zwei Termine in denen es um eventuelle Jobs geht. Einen mit der mir bisher unbekannten Person und einen mit einer Künstlerin mit der ich früher bereits kooperiert habe. Mal sehen was dabei rauskommt. Drückt mir die Daumen.
In jedem Fall ermutigt und bestärkt mich das darin weiter zu gehen beim Thema Netzwerken und auch mutiger zu werden.
Hab ich noch was gemacht diese Woche? Ah ja. In der letzten Folge habe ich ja erzählt, dass bei dem Kurzfilmprojekt das ich gerade mache, die Idee für ein Kindertheaterstück aufkam. Deshalb habe ich mal nach möglicherweise passenden Förderungen und Ausschreibungen gegoogelt. Das ist etwas außer Kontrolle geraten und ist zu einer ziemlich langen Liste an Förderungen und Ausschreibungen die es generell so für den Theaterbereich gibt geworden.
Außerdem hatte ich eine Idee für ein theaterpädagogisches Mehrgenerationenprojekt, habe ein Kurzkonzept dazu geschrieben und einen möglichen Kooperationspartner auserkoren, allerdings habe ich diesen noch nicht kontaktiert.

Was steht als nächstes an?
Naja, vielleicht mal den auserkorenen Kooperationspartner kontaktieren.
Auf jeden Fall weiter den Finanzteil meines Businessplans bearbeiten und damit auch einen erneuten Termin bei meinem Berater bei der Wirtschaftsentwicklung machen.
Natürlich die Termine wahrnehmen die anstehen, ist ja klar, und mein Netzwerk erweitern. Außerdem möchte ich mir konkrete To-Do-Listen für die einzelnen Säulen meiner Selbstständigkeit erstellen. Ansonsten besteht glaube ich die Gefahr den Überblick zu verlieren. Auch für Dinge wie: Wann und wie oft muss ich mich um die Steuern, die KSK und was sonst noch so wichtig ist kümmern, brauche ich eine Übersicht. Meh, das klingt ganz schön trocken. Wo sind meine Aufkleber um das Ganze Spaßiger zu gestalten? Ah hier!

So um den Kreis zu schließen, und damit ich nicht dem Bedürfnis nachgebe das Internet nach noch mehr Stickern zu durchforsten: Stimmt mein Gefühl diese Woche nichts getan zu haben? Ich würde sagen: Nein! Und vorwärts gekommen bin ich auch.
Hätte ich mehr machen können? Vielleicht. Allerdings bin ich auch noch in einem Teilzeitjob der erledigt werden muss und ich muss gestehen: Ich hab auch echt gerne ein bisschen Freizeit zwischendurch.
In diesem Sinne starte ich heute Abend in ein hoffentlich entspanntes Wochenende. Ich wünsche euch noch einen schönen Tag, oder eine gute Nacht, je nachdem um welche Tageszeit ihr das hier hört.

Wenn ihr Fragen habt, über ein Thema mehr wissen oder Feedback geben wollt dann meldet euch gerne bei mir über einen der folgenden Wege:
Per E-Mail an kontakt@theaterindosen.com
Instagram @momowerner oder
Facebook @ theaterindosen

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